The nearest point of relief (NPOR)
Kein Strafschlag
Die wohl meist diskutierte und verschieden angewandte Erleichterung, die beim Golfspiel vorkommt. Kaum jemand, der diese Regel nicht zu seinem Vorteil ausnutzt, indem er auf die Unwissenheit des Spielpartners hofft.
Worum geht es?
Es geht darum, dass man Erleichterung bekommt, wenn der Ball auf Stellen oder in Bereichen zu liegen kommt, die – ich will mal sagen – "mit dem Golfplatz nichts zu tun haben". Die "gesetzeskonforme" Schilderung spare ich mir, die steht ohnedies im Regelbuch bei den Unbeweglichen Hemmnissen und ungewöhnlich beschaffenem Boden (Regeln 24-2 und 25-1) bzw. ist die Vorgehensweise auf Seite 27 beschrieben.
Der NPOR oder "der nächste Punkt der Erleichterung" wie er übersetzt genannt wird, kommt also nur dann zur Ausführung wenn der Untergrund, auf dem der Ball zu liegen kommt "ungewöhnlich" für einen Platz ist oder wenn dein Schwung durch ein solches Objekt behindert wird.
Dazu gehören z.B: Wege, GUR (siehe 1/6), Statuen, Säulen, Bewässerungsdeckeln, Werbeplakate, Strommasten, Abschlagtafeln, Mistkübel, Bänke …uvm.
Wie geht man in diesem Fall vor?
Wie in der Grafik dargestellt, kann man nicht ordentlich stehen – der Hydrant behindert einem beim Schlag. Man markiert den Ball mit einem Tee und nimmt ihn auf.
Man zieht einen gedachten Halbkreis, dessen Mittelpunkt die Fahne am Green ist und stellt stellt sich so hin, dass ein ungehinderter Schwung mit dem Schläger möglich ist, den man auch zum Spielen des Balles nachher nimmt.
Ist ein ungehinderter Schwung möglich, setzt man den Schläger vor sich auf und markiert diese Stelle mit einem Tee (roter Punkt).
Das gleiche macht man auf der andere Seite des Hemmnisses(2) allerdings nur so weit und so lange, bis klar ist, wo der nearest point of relief ist!!
Der NPOR ist jene Stelle die vom Tee zum Hemmnis am kürzesten ist.
Das ist im Beispiel der Punkt links vom Hydranten und nicht jener auf dem Fairway (4)!
Von der ermittelten Stelle (NPOR) misst man nun eine Schlägerlänge und setzt dort erneut ein Tee. Nun stecken 2 Tees im Boden. Jetzt droppt man den Ball innerhalb der beiden Tees (4) und sammelt die Tees ein.
Natürlich gibt es eine Unzahl von verschiedensten Anwendungsfällen, wie bei Wegen uva. Wesentlich ist, wie ich im Boden in Ausbesserung schon kundtat, dass man den nearest Point („the nearest but not the nicest“) von der ursprünglichen Lage des Balles wählt und das ist im Beispiel der Punkt links vom Hydranten und nicht jener auf dem Fairway (4) – das wäre der nicest….
Merke: Das Hemmnis muss dich "mechanisch" behindern. Es ist keine Behinderung, wenn es dir mental im Wege steht!
R.S.
