Provisorischer Ball

Wann spielt man einen "Professor ***" wie er umgangssprachlich genannt wird?
Es heißt, wenn der ursprünglich gespielte Ball verloren oder im Aus vermutet wird – nur dann.

…und deshalb gibt es so oft Diskussionen bei seitl. und front. Wasser, wo sich z.B.: Teiche zwischen Tee und Landezone  befinden und vielleicht auch noch große, begehbare Inseln, wo der Ball zu liegen gekommen sein könnte (Hole 4 GC Wels).
Wo nicht klar ist: "Hat der Ball die Botanik überwunden oder nicht?", muss ich vorgehen, den Ball suchen, nicht finden, wieder zurückgehen, droppen, das blöde Gemecker des nachfolgenden Flights entgegennehmen, genervt den Schlag vergeigen und frustriert das Loch canceln.

Wie sieht’s am Hole 14 auf unserem Platz aus?

Provisorischer BallIm Beispiel wird ein Slice der Fluglinie (1) entlang in das Hindernis hineingedreht. Das Dogleg (Innenkante) ist bei exakt 167m. Zwischen seitl. Wasser und Out (wo Ball 1 liegt) sind nur 2m Platz. Entlang des Fairways ist bis zum Grün ein Wassergraben.

Kann der Ball im Graben liegen, oder aber auch ins Out gegangen sein?.
Provisorischer Ball (2) oder nicht?

Man spielt wie folgt, den Regeln entsprechend richtig.
Nachdem der Weg des Balles (1) auf jeden Fall über das seitl Wasserhindernis führte kann angenommen werden, dass er sich auch dort befindet. Eine gleichzeitige Annahme, er sei "Out of Bounds" ist nicht anwendbar, weil die Outgrenze durch die vielen Bäume nicht erreicht werden kann. Ein Szenario wie im Bild ist bei einem Slice unmöglich und daher auch nicht annehmbar.

Am Abschlag ist ein Übereinkommen mit dem Zähler erforderlich, wo der Ball nun verloren ging.
War es das Out, so kann man einen provisorische Ball (2) Ball spielen. Meint der Zähler, er sei im seitlichen Wasser verloren, muss man nach Regel 26 verfahren und die Eintrittsstelle vereinbaren.

Was tun, wenn der Ball nun im seitlichen Wasser gefunden wird?
Das ist Pech, denn wenn ein Ball ins Spiel gebracht wird, ist es der Ball im Spiel – Punkt. Eine der letzten unangenehmen Regeln, die es von der R&A zu ändern gilt.

Das alles ist natürlich irrsinnig deppert in den Golfregeln verankert, weil man beim Wasserhindernis keinen Prov. Ball spielen darf. Ist dahinter aber das Out, dann schon.
Bei Regel 27-2a findet sich auch die Begründung. Dort ist auch im Zählwettspiel das "perpetuum mobile der provisorischen Bälle" verankert (siehe Anmerkung).

Was kann man daraus lernen?
Wenn ein Ball über ein Wasserhindernis in Richtung Out fliegt, darf man vorerst davon ausgehen, dass er im Out verloren ist und einen Ball nachsetzen.
Auf Loch 14 ist das nicht der Fall!

*** Merke: Nenne den Professor während eines Turnieres immer provisorischer Ball!

R.S.