Boden in Ausbesserung (GUR)
Regel 25 “Ground Under Repair” kein Strafschlag
Eine scheinbar klare Sache. Der Schlag (ein beliebiger Schlag) vollendet sich an einer Stelle, in der der Boden ungewöhnlich beschaffen ist (wird meist mittels weißen Bodenmarkierungen oder – und – blauen Pflöcken gekennzeichnet). Es kann aber auch eine Platzregel geben, die ungewöhnlich beschaffenen Boden ankündigt (Gewitter und dadurch tiefer Boden etc.). Sie muss vor dem Turnier bekannt gegeben werden. Die Frage, beim Abholen der Scorekarte: "Gibt es Sonderplatzregeln?" Sollte jeder Golfspieler stellen.
Es ist der Situation entsprechend, immer mit genauer Beobachtung vorzugehen! Überlege schon jetzt, wie du den Ball nach dem Drop spielen willst.
Üblicherweise gilt die gedachte Linie zwischen den Pflöcken. Wird jedoch der Boden mit einer Linie markiert, so gelten diese Linien, unabhängig wo die Pfosten stehen.
Im Bild ist das an der oberen Seite des Boden in Ausbesserung sehr gut zu erkennen.
Die Ausführung ist (eigentlich) sehr einfach.
Im Beispiel “nearest point of relief” für Linkshänder (Bild links) und für Rechtshänder (Bild Rechts).
1.) Vorbereitung:
Man holt sich zuerst den "Werkzeug" zur Anwendung der Regel.
3 Tees oder (2 Tees und die Pitchgabel) und den längsten Schläger des Bags und seinen Zähler (wichtig).
2.) Ausführung:
Man zieht, wie mit einem Zirkel einen gedachten Kreisbogen (2) von der Fahne, die der Mittelpunkt des Kreises ist, durch den Ball. Der Kreisbogen schneidet immer zwei Linien des Boden in Ausbesserung. Du musst den nächstgelegen Schnittpunkt wählen. In diesem Beispiel ist der linke Punkt, der nächstgelegene zum Ball.
Achtung: Nicht die Eintrittsstelle des Balles, die Ballage ist von Bedeutung. Deshalb ist der nearest point of relief für den Linkshänder im Bild nicht links vom markierten Bereich sondern davor!!
Nun steckt man man ein Tee an diesen Schnittpunkt und stellt sich hin, und zwar so, dass man weder mit dem Schläger, noch mit den Füßen den Boden in Ausbesserung berührt.
Jetzt hält man den Schläger zum Boden und steckt wieder ein Tee dorthin
Nun misst man mit dem Schläger (meist der Driver) 1 Schlägerlänge wie im Bild dargestellt und steckt auch dort ein Tee in den Boden. Nicht näher zur Fahne, deshalb endet der Kreis 3 auch mit dem Schnittpunkt zum Kreis (2). Du wärst ungeschickt, wenn du weiter weg zur Fahne droppst. Manchmal ist es jedoch vorteilhaft. Entscheide selbst, was besser ist!.
Nun erst hebt man den Ball auf. (und entfernt das erste Tee)
Diese beiden Tees beschreiben die Punkte eines Kreises (3) (Mittelpunkt und Radius) und die Linie (2), über die der Ball beim Droppen nicht rollen darf. Man darf innerhalb der Fläche 3 bis zu den Tees (im Bild der Schläger) den Ball fallen lassen. Rollt er von dort weiter als zwei Schlägerlängen, oder überrollt er die Linie(2) zwischen den Tees, so muss der Drop wiederholt werden. Gelingt es abermals nicht, dass der Ball Regelkonform liegen bleibt, darf der Ball (sorgfältig) dort hingelegt werden, wo der Ball beim 2. Dropp als erstes den Boden berührt hat.
Jetzt werden die beiden Tees eingesammelt, der Werkzeug sozusagen verstaut und der nächste Schlag kann erfolgen.
Dass diese Aktion straffrei ist, muss ich wohl nicht erwähnen. Aber erwähnenswert ist, du musst droppen.
Du darfst im Boden in Ausbesserung den Ball nicht spielen wie er liegt!
Allgemeines:
Generell ist zu beachten, ob es sich um „’Boden in Ausbesserung“ handelt oder um einen solchen, der laut Platzregel nicht betreten werden darf. Denn dann wäre zu berücksichtigen, ob der Ball in GUR sichtbar ist oder nicht.
Ist der Ball nicht sichtbar (Ball nicht gefunden), ist der Eintrittspunkt des Balles in GUR festzustellen (Referenzpunkt). Von diesem Referenzpunkt ist dann die Erleichterung nach Regel 25-1 (Golfregeln Seite 135) in Anspruch zu nehmen.
Ist Betreten von GUR gestattet (üblicherweise) ist der nächstgelegene Punkt der Erleichterung laut „Erklärung“ (Golfregeln Seite 47) zu bestimmen. Hernach ist Erleichterung nach Regel 25-1 (Golfregeln Seite 135) in Anspruch zu nehmen.
Die weiße Linie definiert die Grenze des Boden in Ausbesserung. Von dieser Grenze ist zunächst der nächstgelegene Punkt der Erleichterung zu definieren und von diesem Punkt innerhalb einer Schlägerlänge zu droppen!
Wichtig ist, dass es nur einen nächsten Punkt der Erleichterung gibt („the nearest but not the nicest“)
Viel Spaß auf der Golfrunde mit dieser (vielleicht neuen) Erkenntnis!
R.S.
